Unfälle beim Betriebssport sind keine Arbeitsunfälle


Ein dreitägiger Skiausflug einer Betriebssportgruppe in die Alpen endete für eine Teilnehmerin mit einer schweren Sprunggelenksverletzung. Die Frage war nun: Steht dafür die Berufsgenossenschaft ein?

Generell gilt, dass die gesetzliche Unfallversicherung nur dann Leistungen gemäß § 26 SGB VII erbringt, wenn es sich bei dem Sportunfall um einen Arbeitsunfall handelt (§ 7 Abs. 1, 8 Abs. 1 SGB VII). In seiner Entscheidung hat das Bundessozialgericht deutlich gemacht, unter welchen Voraussetzungen Betriebssport unter

Das BSG hat in dem Skiunfall keinen Arbeitsunfall gesehen (§ 8 Abs. 1 SGB VII). Zwar könne auch "Betriebssport" einen inneren Zusammenhang mit der Berufstätigkeit haben und damit unter Versicherungsschutz stehen. Den unter Versicherungsschutz stehenden Betriebssport definiert das BSG als "die regelmäßige, zu Ausgleichszwecken stattfindende sportliche Betätigung von Unternehmensangehörigen in einer Betriebssportgruppe oder -gemeinschaft, wobei Übungszeit und Übungsdauer in einem Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit stehen und die Übungen im Rahmen einer unternehmensbezogenen Organisation stattfinden müssen." Diese Kriterien sind bei einer mehrtägigen Skiausfahrt nicht erfüllt. Hier fehlt der zeitliche und örtliche Bezug zur Tätigkeit im und für das Unternehmen. Der von der Betriebssportgemeinschaft organisierte Skiurlaub steht auch nicht als Teil der regelmäßigen Skigymnastik (Betriebssport) unter Versicherungsschutz.

Diese Maßstäbe hat das BSG auch auf die Mannschaftssportarten übertragen. Früher war die Auffassung vertreten worden, dass der gelegentliche Wettkampf gegen Mannschaften anderer Betriebssportgemeinschaften noch dem Betriebssport zuzurechnen sei, auch wenn der Wettkampf auswärts stattfinde (Fußballturniere zwischen Betriebsmannschaften). Das BSG hat diese Rechtsauffassung nun aufgegeben. Auch wenn solche Wettkämpfe das Interesse der Beschäftigten am Betriebssport förderten, sei für die dabei entstehenden Unfälle der Versicherungsschutz nicht gegeben. Urlaubs- und Freizeitaktivitäten sportlicher Art dienen nicht dem betrieblichen, sondern dem privaten Interesse des Versicherten.

Daraus folgt, dass auch die Teilnahme an einer Motivationsreise (vgl. BSG, Urteil v. 25.8.1994, 2 RU 23/93) oder das Bergwandern (vgl. Bayerisches Landessozialgericht, Urteil v. 24.5.1977, L 3/U 252/76) nicht in den Schutzbereich der gesetzlichen Unfallversicherung fallen. Dies gilt ebenso für Betriebssportarten, die in längeren zeitlichen Abständen, z. B. weniger als einmal im Monat, ausgeübt werden (vgl. Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 6.7.1999, L 15 U 101/98).
 

Weiterführende Informationen

www.personal-magazin.de.
  
 
Mit freundlichen Grüßen
Ihr www.personal-magazin.de Team